Stoßwellentherapie

Bei unserer Tochter (heute 17 Jahre alt) traten im Alter von 4 Jahren erstmals heftige Bauschmerzen auf. Meistens ging es ihr nach 2 bis 3 Tagen wieder besser und auch der Kinderarzt konnte keinen Grund feststellen. Sie hatte kein Fieber, kein Erbrechen, kein Durchfall.

Als die Bauchschmerzen häufiger auftraten, und auch an Intensität zunahmen (Koliken), wurden wir ins Kinderkrankenhaus überwiesen, in welchem zuerst diverse Ursachen ausgeschlossen wurden, wie z.B. Laktose-Intoleranz, Fruktose-intoleranz, Zöliakie, Mukoviszidose. Nach diversen Besuchen dort, auch stationär, wurde endlich per MRT der Grund der Schmerzen festgestellt. Unsere Tochter hatte einen erweiterten Pankreasgang und es wurden Konkremente, also kleine Steine entdeckt, welche bisher in diversen Ultraschalluntersuchungen nicht sichtbar waren.

Daraufhin wurden wir in eine Uni- Klinik überwiesen, in welcher bei unserer Tochter im Alter von 6 Jahren eine ERCP mit Erweiterung des Ausganges der Bauchspeicheldrüse vorgenommen wurde. Es wurden mehrere bis 4 mm große Steine entfernt. Im Anschluss erfolgte eine halbjährliche Ultraschallkontrolle, bei der in den kommenden Jahren keine weiteren Steine gesehen wurden (leider). Unsere Tochter hatte immer mal wieder kurze Bauchschmerztage, aber im Großen und Ganzen hatten wir die nächsten Jahre Ruhe.

Im Herbsturlaub 2010 kamen dann die heftigen Bauchschmerzen/Koliken ganz plötzlich zurück. Zuhause ging es zum Kinderarzt, dann zum Kindergastroenterologen und anschließend in unser örtliches Krankenhaus, in dem eine ERCP durchgeführt und Steine entfernt wurden, und es ihr schlagartig besser ging. Dieser Vorgang wiederholte sich leider im Abstand von ca. 3 Wochen, so dass uns der Professor eine andere Behandlungsmethode gegen die Steine empfahl, da man ja nicht wollte, dass unsere Tochter ständig Narkose bekam und einen Schlauch schlucken sollte.

So kommen wir seit Anfang 2011 zu Dr. Nam an das UKE. Seitdem wird unsere Tochter mittels Stoßwellentherapie behandelt, ohne Narkose. Bei aufkommenden Schmerzen fahren wir zu Dr. Nam, welcher sie dann behandelt.

Wir können dabei zusehen, wie die Steine kaputtgehen. Unsere Tochter ist nach den Behandlungen stets sehr erschöpft, aber nach ein bis zwei Tagen kann sie wieder ganz normal ihren Alltag schmerzfrei bewältigen. Das bedeutet für sie eine große Erleichterung, denn die Ausfälle in der Schule halten sich so in Grenzen und die sozialen Kontakte werden nicht unnötig lange durch stationäre Aufenthalte unterbrochen.

Der Grund für diese ständige Steinbildung ist bei unserer Tochter noch nicht gefunden worden. Es wurden zahlreiche Blutuntersuchungen für diverse Gendefekte gemacht, bisher alle negativ. Die Nebenschilddrüsen wurden geschallt, wegen Verdacht auf hormonproduzierende Minitumore (Adenome). So steht zur Zeit die Diagnose chronisch kalzifizierende Pankreatitis unklarer Genese.

Unsere Tochter und wir als Eltern fühlen uns bei Dr. Nam sehr gut betreut. Er hatte gleich gute Tipps zur Hand, z.B. dass ein Kühlkissen gegen die Schmerzen hilft, aber keine Wärme. Es hilft einem auch, dass man viele andere Patienten, auch Kinder, mit dem gleichen Krankheitsbild kennenlernt und Erfahrungen austauschen kann.